Tag 102: Sturmnacht, spanische Herzlichkeit und sechs kleine Beobachter
Tag 102 unserer E-Motorrad-Weltreise nach Bangladesch bringt uns tiefer in den spanischen Südwesten – und das Wetter meint es alles andere als gut mit uns.
Sturmnacht mit wackelnder Plane
Die Nacht in dem verlassenen Hof war… nun ja, sagen wir mal “intensiv”. Nicht der Regen war das Problem diesmal, sondern der Wind. Meine hastig aufgehängte Plane hat die ganze Nacht gewackelt wie verrückt. Irgendwann bin ich mitten in der Nacht aufgestanden und habe mein Zelt ordentlich aufgebaut. Trotzdem bin ich erst spät eingeschlafen. Manchmal frage ich mich, warum ich nicht einfach gleich alles richtig mache!
200 Watt Solarpower trotz grauem Himmel
Aber der Morgen hatte eine positive Überraschung: Trotz des bewölkten Himmels ballerte eine meiner Solarzellen mit knapp 200 Watt rein! Das hat mich echt überrascht. Mit zwei Zellen hätte ich schon mit einem Ampere das Motorrad laden können – in einer halben Stunde vielleicht 10-20 Kilometer Reichweite. Ein guter Start in den Tag, dachte ich mir.
Neues Gepäck-Setup im Praxistest
Heute habe ich zum ersten Mal den Rucksack quer gespannt – ein kleines Experiment in Sachen Gewichtsverteilung. Und tatsächlich: Das Motorrad fährt sich deutlich leichter! Mit 61% Akkuladung ging es dann Richtung Granada.
Motorrad-Sturz und spanische Herzlichkeit
Dann passierte es: Mein Motorrad fiel auf die Straße. Keine Ahnung wie – manchmal passiert das einfach. Aber was dann geschah, war unglaublich: Sofort kamen fünf nette Spanier angerannt und halfen mir beim Aufheben. Einfach so, ohne zu zögern!
Das Problem dabei: Solovino mag es gar nicht, wenn fremde Leute einfach zu unserem Motorrad kommen. Sein Beschützerinstinkt kickt voll rein und er wollte einen der hilfsbereiten Männer beißen. Mein treuer Begleiter nimmt seinen Job als Wachhund sehr ernst – manchmal etwas zu ernst!
Regen, Regen und noch mehr Regen
Dann kam der Regen. Nicht so ein bisschen Nieseln, sondern konstanter, penetranter Regen. Alles wurde grau, alles wurde nass. Nur noch 1,5 Stunden Tageslicht blieben mir, um ein Lager zu finden. Für einen Moment überlegte ich ernsthaft, meine erste Nacht auf einem Parkplatz zu verbringen. Aber nein, irgendwo würde schon was zu finden sein.
Schutz bei der verlassenen Kapelle
Und tatsächlich: Ich fand eine verlassene Kapelle mit einem kleinen Haus daneben – das praktischerweise keine Tür hat. Perfekt für den Notfall, falls es wieder richtig anfängt zu regnen! Gerade noch rechtzeitig konnte ich meine Plane aufbauen, bevor der nächste Regenguss kam.
Seht ihr das? Fünf, sechs kleine Füchse! Ihre Augen leuchteten im Dunkeln und sie beobachteten unser Lager neugierig. Was für ein magischer Moment!
Am Abend dann die Überraschung: Wir werden beobachtet! Sechs kleine Beobachter. Solche Wildtierbegegnungen sind die kleinen Geschenke, die eine Reise wie diese so besonders machen.
Laden bei Schlechtwetter unter der Plane
Der nächste Morgen: Trotz des trüben Lichts kriege ich immerhin zwei Kilometer pro Stunde in den Akku geladen. Das wird wahrscheinlich mein letzter Stopp vor Granada – obwohl es eigentlich schon einer mehr ist als geplant. Wenn das Wetter so bleibt, werde ich vielleicht sogar noch den ganzen nächsten Tag hier laden müssen. Dann sind es noch etwa zwei Stunden Fahrt bis Granada.
Während ich das hier schreibe, sitze ich unter meiner Plane und halte sie fest, weil sie durchhängt. Der Sturm hat nochmal richtig zugelegt. Alle meine Sachen sind zum Glück hierunter und bleiben trocken. Ich habe ehrlich gesagt auch keinen Bock mehr auf nass!
Diese Reise ist mehr als nur Kilometer sammeln. Sie ist ein Experiment, ein Traum und ein Weg – manchmal ein steiniger, aber immer ein lehrreicher.
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